Neuheit: Der MID-Drehschieber

Elektronische Abflussregler für Regenbecken im Mischsystem bestehen aus einem Abflusssensor und einem Motorschieber, der so gesteuert wird, dass der Sollabfluss bei Regen nicht überschritten wird. Als Sensoren werden meist magnetisch-induktive Durchflussmesser (MID) für Teilfüllung verwendet, wie etwa in den lang bewährten Mess- und Regelstationen UFT-FluidMIDu. Diese Messrohre müssen allerdings hydraulisch sehr sorgfältig konzipiert und verlegt werden. Überdies sind solche Sensoren relativ teuer und nur von wenigen Herstellern verfügbar. 

Die Idee, stattdessen einen günstigen und sehr zuverlässigen MID-Sensor für Vollfüllung einzusetzen, ist nicht neu. Mit einem gesteuerten Schieber zusammen mit einer Wasserstandsmessung kann man Vollfüllung erzwingen. Allerdings ist der Betrieb eines solchen Abflussreglers problematisch. Oft geschieht es, dass das Messrohr „aufschlägt“, also plötzlich Luft zieht, woraufhin der MID schlagartig den Messwert verliert und der Schieber zeitaufwändig schließen und nachregeln muss, um den Einstau wieder herzustellen.

Eine Neuheit ist der MID-Drehschieber UFT-FluidDisc mit Vollfüllungssensor. Anders als bei üblichen Regelschiebern wird der Fließquerschnitt hier nicht durch eine von oben abgesenkte Platte eingeengt, sondern durch das Drehen einer Regelscheibe mit speziellem Ausschnitt, die den Fließquerschnitt von unten schließt.

Herrscht Trockenwetter, kann der Drehschieber so weit geschlossen werden, dass der gesamte Querschnitt des zulaufseitigen MID-Sensors stets gefüllt ist. Der Abfluss passiert dabei eine kleine Restöffnung über dem Rohrscheitel. Das Messrohr kann so nicht „aufschlagen“ und der MID zeigt den Abfluss somit korrekt an. Zur Beseitigung von Ablagerungen kann der Querschnitt aber auch als tägliche Routine kurzzeitig ganz geöffnet werden, so dass das Messrohr in Teilfüllung durchströmt wird und Ablagerungen geräumt werden. Kommt Regen auf, wird die Verschlussplatte zunächst etwas weiter geöffnet. Misst der MID einen Abfluss größer als Sollabfluss, wird die Abflussregelung wirksam: Wie bei einem konventionellen Abflussregler schließt der Drehschieber dann so weit, dass der Sollabfluss nicht überschritten wird. Das vorgeschaltete Regenbecken staut ein. Bei Unterschreiten des Sollabflusses wird der Drehschieber umgekehrt weiter geöffnet und so der Sollabfluss gehalten: Der Abflussregler hat eine perfekt senkrechte Kennlinie.

Nach Regenende entleert sich das Regenbecken; der Abfluss erreicht dann trotz eines relativ weit geöffneten Schiebers nicht mehr den Sollwert. Die Regelung sorgt nun dafür, dass der Messrohrquerschnitt vollgefüllt bleibt und so der Abfluss zuverlässig gemessen wird.