DWA-M 153
Das frühere Merkblatt DWA-M 153 (2007) „Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Regenwasser" untersucht die Frage nach der Notwendigkeit und dem ausreichenden Grad der Regenwasserbehandlung für Regenabflüsse in Trennsystemen. Dazu wurden mit einem Punktesystem die Oberflächen je nach Flächennutzung nach ihrem Verschmutzungspotential kategorisiert, ebenso konnten Einflüsse der Luftverschmutzung berücksichtigt werden. Auf der anderen Seite wurde die Empfindlichkeit des Gewässers oder des Grundwassers ebenfalls mit einem Punktesystem bewertet. Waren mehr Verschmutzungspunkte gegeben als Punkte für die Gewässerbelastbarkeit, war eine Behandlungsanlage mit einem hinreichend geringen Durchgangswert (als Quotient der Bewertungspunkte des Regenabflusses und derjenigen für das Gewässer) zu wählen. Solche Behandlungsanlagen konnten Regenklärbecken mit oder ohne Dauerstau als Sedimentationsanlagen, Retentionsbodenfilteranlagen oder auch die Passage durch die belebte Bodenzone bei Versickerung ins Grundwasser sein.
Ein eigenes Kapitel thematisierte auch die hydraulische Gewässerbelastung und gab in Abhängigkeit vom Typ und Größe des Gewässers zulässige Regenabflusspenden zur Ermittlung der Drosselabflüsse von Regenrückhaltebecken an.
Für Baden-Württemberg galt statt des DWA-M 153 die Broschüre "Arbeitshilfen für den Umgang mit Regenwasser in Siedlungsgebieten" der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (2005) mit derselben Vorgehensweise wie das M 153, aber an einigen Stellen etwas anderen Kennzahlen.
Das Merkblatt M 153 und auch die baden-württembergischen Arbeitshilfen sind mittlerweile zurückgezogen. Das Thema Regenwasserbehandlung im Trennsystem vor Einleitung in ein Gewässer ist stattdessen mit neuen Bemessungsmethoden in DWA-A 102-2 thematisiert. Zum Thema Versickerung siehe DWA-A 138.
Autor: G. Weiß · Revisionsstand: 19.01.2026