Die DWA (Deutscher Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V., Hennef) ist für den Bereich der Abwassertechnik der wichtigste deutsche Fachverband.

DWA-A 102

Das DWA-Arbeits- und -merkblattkonvolut DWA-A 102 "Grundsätze zur Bewirtschaftung und Behandlung von Regenwetterabflüssen zur Einleitung in Oberflächengewässer" erscheint inhaltsgleich auch als BWK-Arbeitsblattkonvolut BWK-A3. Es besteht aus folgenden Teilbänden:

DWA-A 102-1: Allgemeines

DWA-A 102-2: Emissionsbezogene Bewertungen und Regelungen

DWA-A 102-3: Immissionsbezogene Bewertungen und Regelungen

DWA-M 102-4: Wasserhaushaltsbilanz für die Bewirtschaftung des Niederschlagswassers

DWA-M 102-5: Hydromorphologische und biologische Verfahren zur immissionsbezogenen Bewertung

Die Teile 1, 2 und 4 enthalten emissionsspezifische Anforderungen, während die Teile 3 und 5 immissionsorientiert die Empfindlichkeit der Gewässer berücksichtigen.

Der Teil A 102-2 soll die älteren Arbeitsblätter ATV-A 128 (1992) und DWA-M 153 (2007) ersetzen und wie diese die Bemessung zentraler Anlagen der Regen- und Mischwasserbehandlung (Regenüberlaufbecken im Misch-, Regenklärbecken im Trennsystem) behandeln. Auch Schrägklärer und Retentionsbodenfilteranlagen werden erwähnt.

Als Zielgröße dienen anders als in ATV-A 128 die Abfiltrierbaren Festen Stoffe < 63 µm Partikeldurchmesser (AFS63), weil sich viele Schadstoffe bevorzugt an derart feines Sediment anlagern. Nur beim Nachweis der Mischwasserbehandlung wird teilweise auch der Chemische Sauerstoffbedarf (CSB) angesetzt. Die Oberflächen eines Einzugsgebietes werden im A 102 nach ihrer potentiellen Verschmutzung (durch die Flächennutzung bestimmt) in drei Kategorien (I gering belastet, II mäßig belastet, III stark belastet) eingeteilt. Eine Regen- oder Mischwasserbehandlung im klassischen Mischsystem darf über die Regenentlastungen nur so viel AFS63 entlasten, wie von der Einzugsfläche ohne Behandlungsmaßnahmen käme, wenn diese der Kategorie I („gering belastet“) angehörte. Die Mischwasserbehandlung ist von ihrer Methodik her ansonsten an A 128 angelehnt. Für die Regenwasserbehandlung im Trennsystem ist hingegen der Gesamtwirkungsgrad des Bauwerks für AFS63 eine Schlüsselgröße, was anders als in DWA-M 153 auch das Berücksichtigen des Speichereffektes bei Regenklärbecken ohne Dauerstau erlaubt.

Ein weiteres Kapitel im A 102 behandelt die Berücksichtigung des lokalen Wasserhaushaltes mit einer Wasserbilanz als künftig neu hinzukommenden Nachweis.

Autor: G. Weiß · Revisionsstand: 23.02.2021