Schrägklärertypen: von links nach rechts Gegenstrom-, Gleichstrom- und Kreuzstromschrägklärer

Schrägklärer

Schrägklärer, auch Lamellenabscheider genannt, sind Sedimentationsanlagen, die in der Regenklärbecken der Trennkanalisation und gelegentlich auch in Durchlaufbecken der Mischkanalisation zur Behandlung des durchströmenden Wassers durch Absetzen eingesetzt werden. Sie bestehen aus parallelen Platten- oder Röhrenelementen, die durchströmt werden. Die Wirkung besteht darin, dass die Sedimente nur die geringe Distanz zwischen den Elementen von einigen Zentimetern durchsinken müssen statt der gesamten Beckentiefe in einem Regenklärbecken. Daraus ergibt sich eine deutlich bessere Abscheidewirkung. Die Platten oder Röhren sind geneigt, um ein Abrutschen des abgesetzten Schlammes auf den Beckenboden zu ermöglichen.

Von der Anordnung her sind in der Regenwasserbehandlung aufwärts durchströmte Gegenstromschrägklärer – etwa unsere Schrägklärer-Einheit UFT-FluidClear - sowie waagrecht durchströmte Kreuzstromschrägklärer – unser Produkt Kreuzstromschrägklärer UFT-FluidClearX – in Gebrauch.

Schrägklärer für das Trennsystem werden derzeit gemäß DWA-M 153 als Sedimentationsanlagen mit oder ohne Dauerstau eingestuft und unter Zugrundelegung ihrer Oberflächenbeschickung bemessen. Dabei sollte beim kritischen Abfluss nach DWA-M 176 ein Wert von 4 m/h bei freiem Zufluss und 2 m/h bei gepumptem Zufluss nicht überschritten werden. Nach dem künftigen DWA-A 102 ist auch für Schrägkläreranlagen ein AFS63-Gesamtwirkungsgrad einzuhalten, welcher mit einem Nachweisverfahren ermittelt werden kann; hierfür ist in A 102 eine Kurve des mittleren jährlichen Sedimentationswirkungsgrades angegeben, wieder in Abhängigkeit von der Oberflächenbeschickung.

Im Mischsystem werden Schrägklärer bislang wie Durchlaufbecken behandelt, wobei die verbesserte Sedimentationswirkung nach ATV-A 128 nur in Grenzen und nur in Absprache mit der Wasserbehörde angesetzt wird. Auch hier gelten die bereits genannten Beschränkungen der Oberflächenbeschickung nach M 176. Es wird dabei empfohlen, am Zufluss der Schrägklärerkammer (etwa auf der Trennbauwerksschwelle) einen Grobstoffrückhalt anzuordnen. Nach DWA-A 102 kann die Sedimentationswirkung analog zum Vorgehen für Trennsysteme im Nachweisverfahren angesetzt werden.

Als Aufstellwinkel werden 60° empfohlen. Um Verzopfungen z.B. durch Blätter zu vermeiden, sollte der Platten- oder Lamellenabstand mindestens 80 mm betragen.

Wichtig ist die Frage der Abreinigung. Bei fest in ein Becken eingebauten Kreuzstrom-Schrägklärerelementen sollte die Möglichkeit vorgesehen werden, dass der Schlamm manuell von oben abgespritzt werden kann. Das bedingt eine gute Zugänglichkeit. Beide UFT-Schrägklärertypen sind deshalb in schwenkbaren Modulen angeordnet, die – solange das Becken noch wassergefüllt ist -  mit einem elektrischen oder hydraulischen Antrieb ein paarmal hin- und hergeschwenkt werden können. So wird der abgelagerte Schlamm gelöst und kann nach unten sinken.

Eine weitere konstruktive Frage ist die nach der Strömungsführung. Aufwärts durchströmte Gegenstromschrägklärer eignen sich nur für relativ tiefe Becken, weil das Wasser unter den Schrägklärerelementen verteilt werden muss und über den Elementen mit einem Rinnensystem „eingesammelt“ werden muss. Um eine gleichmäßige Durchströmung der Schrägklärerelemente zu erreichen und Rückströmungen zu unterbinden, dürfen die Rinnen keinen zu großen Abstand haben. Hydraulisch ist außerdem, wie bei einem konventionellen Regenklärbecken, die Abstimmung zwischen Klär- und Beckenüberlauf zu beachten. In der Regel wird dazu bei Gegenstromklärern der Einsatz eines zulaufseitigen Abflussbegrenzers nötig, weil die langen Rinnenkanten (der Klärüberlauf) keine Drosselfunktion haben.

Der Kreuzstromklärer hat dachförmige, längs durchströmte Lamellenpakete und der Schlamm kann dort seitlich abrutschen. Die Strömungsrichtung ist also horizontal, was den Einsatz dieser Bauart auch bei flachen Becken möglich macht. Der Klärüberlauf kann wie bei einem konventionellen Regenklärbecken gedrosselt ausgeführt werden, etwa mit unserem selbstregulierenden Klärüberlauf UFT-FluidClari. Damit wird das Wiederaufwirbeln von bereits abgesetztem Schlamm wirkungsvoll vermieden.

 

Autor: G. Weiß · Revisionsstand: 05.11.2020

Literatur

Weiß, G. (2020):