Mischwasserbehandlung

Überbegriff für bauliche und betriebliche Maßnahmen, um die Gewässerbelastung in Mischsystemen infolge von Mischwasserentlastungen zu verringern. Speziell wendet die Mischwasserbehandlung drei Strategien an:

Abflussaufteilung: Nur eine bestimmte Wassermenge wird in einem Regenüberlauf in Richtung Kläranlage weitergeleitet, darüber hinausgehende Zuflüsse bei Regen werden in das Gewässer abgeschlagen. Auch Trennbauwerke in Regenüberlaufbecken dienen der Abflussaufteilung, hier z.B. in die Beckenkammer und zur Kläranlage.

Speicherung: Bei Regen wird ein bestimmtes Volumen des Zuflusses in einem Regenüberlaufbecken (Fangbecken) zwischengespeichert. Ein Abflussbegrenzer limitiert den kontinuierlichen Zufluss zur Kläranlage, um diese nicht zu überlasten. Ist das Regenüberlaufbecken voll, wird weiterer den Drosselabfluss überschreitender Zufluss in das Gewässer entlastet. Da der Großteil des jährlichen Niederschlagsgeschehens durch viele kleine Regenereignisse bestimmt wird, die nicht unbedingt zum Überlaufen führen, ist die Speicherung eine sehr effektive Methode, um wie gewünscht die Überlaufdauer und häufigkeit und auch direkt die jährlichen Mischwasserentlastungsvolumina und -frachten zu verringern.

Sedimentation: Das bei gefülltem Regenüberlaufbecken entlastende Mischwasser kann in einem Durchlaufbecken vorher langsam die Beckenkammer passieren und wird dort durch Absetzen mechanisch gereinigt.

Weitere unterstützende Strategien kommen heute mehr und mehr in den Vordergrund, insbesondere das Abkoppeln undurchlässiger Flächen vom Mischwasserkanal, auch nachträglich, wodurch dort das jährliche Regenabflussvolumen reduziert wird. Eine positive Wirkung hat auch eine Reduktion des Fremdwassers.

 

Autor: G. Weiß · Revisionsstand: 04.11.2020